In Kaiserslautern produziert das Kochwerk der Simotec GmbH täglich rund 5000 Mahlzeiten. 95 Prozent der Speisen gehen an Schulen, Kitas und Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigung, fünf Prozent an Wohnheime und weitere soziale Einrichtungen.
Betriebsleiter Jörg Zinnecker sieht seit Jahren eine eindeutige Entwicklung: Vegetarische Ernährung gewinnt kontinuierlich an Bedeutung. Vegane Ernährung finde zwar zunehmende Beachtung, sei aber in der Praxis noch schwer umzusetzen. Grund seien höhere Kosten und zusätzliche organisatorische Anforderungen – etwa separate Zubereitung und Lagerung. Öffentliche Ausschreibungen enthalten bislang kaum vegane Komponenten.
Ernährungsgewohnheiten: Kinder vs. Erwachsene
Versuche mit flexitarischen Konzepten – beispielsweise nur einem Fleisch- und einem Fischgericht pro Woche – wurden von den Kunden bisher wenig angenommen. Während Erwachsene, insbesondere ältere Generationen, Fleischgerichte bevorzugen, sind Kinder oft schon mit einfachen Gerichten wie Nudeln mit Tomatensoße zufrieden. Jugendliche zeigen höhere Akzeptanz für internationale Gerichte wie Asia-Pfannen oder Chicken Korma.
Gesundheitsorientierung und Sonderkost
Seit Zinneckers Amtsantritt wurde ein Ernährungsteam mit zwei Ökotrophologinnen und einer Diätassistentin aufgebaut. Das Kochwerk ist ein Inklusionsbetrieb, in dem über 40 Prozent der rund 80 Mitarbeitenden eine Beeinträchtigung haben.
Individuell abgestimmte Sonderkost – laktose- oder glutenfrei – gehört zum Tagesgeschäft: Rund 70 solcher Mahlzeiten werden täglich separat verpackt ausgeliefert.
Bio und Nachhaltigkeit
Bio-Zutaten sind gefragt, stellen aber weiterhin eine Kosten- und Logistikherausforderung dar. Eine Bio-Zertifizierung erfordert getrennte Lagerflächen und eine gesicherte Beschaffungskette.
Beim Thema Nachhaltigkeit setzt das Kochwerk auf Foodsharing: nicht genutzte Lebensmittelkomponenten werden weitergegeben, was Lebensmittelabfälle und Entsorgungskosten reduziert.
Produktionstechnologien
Etwa 70 Prozent der Speisen entstehen im Cook-and-Chill-Verfahren: Sie werden fast fertig gegart, rasch heruntergekühlt und in den Einrichtungen vor Ort regeneriert. Dieses Verfahren ermöglicht eine größere Reichweite und eine gleichbleibende Qualität. Das klassische Cook-and-Hold mit heißer Auslieferung verliert dagegen an Bedeutung, da langes Warmhalten Qualität und Nährstoffgehalt beeinträchtigt.
Das Kochwerk bestätigt einen langfristigen Trend zu mehr vegetarischen Angeboten, einer differenzierten Nachfrage je Altersgruppe und einer zunehmenden Bedeutung von Sonderkost. Bio-Anteile und vegane Optionen bleiben eine Herausforderung – vor allem aus Kostengründen. Gleichzeitig steigt der Anspruch an Nachhaltigkeit und Speisevielfalt, was Produktions- und Logistikprozesse zunehmend beeinflusst.



