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Kritik an Klinik- und Heimverpflegung: Zu ungesund, zu klimaschädlich

Eine aktuelle Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) kritisiert die Ernährungssituation in deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen als ungesund und klimaschädlich.

Gemeinsam mit der Charité Berlin und der Stanford University untersuchte das PIK Speisepläne und Einkaufsdaten von zwei Krankenhäusern und drei Pflegeheimen mittlerer Größe. Die Ergebnisse offenbaren ein ernährungsphysiologisch unausgewogenes Angebot mit gravierenden Defiziten: Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte sind stark unterrepräsentiert, während Weißmehlprodukte, Zucker, Salz und tierische Lebensmittel dominieren. Besonders bedenklich ist die Unterversorgung mit wichtigen Mikronährstoffen wie Folsäure, Kalium und Vitamin B6. Dies widerspricht den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sowie der internationalen EAT-Lancet-Kommission zur „Planetary Health Diet“.

Ein zentraler Kritikpunkt der Studie ist der hohe Anteil tierischer Produkte. Diese seien nicht nur aus gesundheitlicher Sicht problematisch, sondern verursachten zudem erhebliche Treibhausgasemissionen – deutlich über dem, was unter nachhaltigen Kriterien vertretbar wäre. Angesichts der Tatsache, dass laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Gesundheitssektor weltweit rund 5 % der CO₂-Emissionen verursacht, sehen die Forschenden hier akuten Handlungsbedarf. Sie fordern eine strukturelle Neuausrichtung der Verpflegung in Gesundheitseinrichtungen: Weg von Fleisch und Fertigprodukten, hin zu pflanzenbasierten, nährstoffreichen und frisch zubereiteten Speisen.

Die Studie ist nicht repräsentativ, liefert aber laut Autoren wichtige Hinweise auf systemische Schwächen der Gemeinschaftsverpflegung. Die analysierten Einrichtungen gelten als typisch für die Versorgungspraxis in deutschen Kliniken und Heimen – damit gewinnt die Untersuchung exemplarische Bedeutung. Die Empfehlungen beinhalten konkrete Maßnahmen wie verbindliche Verpflegungsstandards, gezielte Schulungen für Küchenpersonal, eine Reduktion tierischer Produkte und finanzielle Anreize für nachhaltige Beschaffung.

Quellen:
– Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK): www.pik-potsdam.de
– Charité – Universitätsmedizin Berlin: www.charite.de
– Stanford University: www.stanford.edu
– Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): www.dge.de
– EAT-Lancet-Kommission: eatforum.org/eat-lancet-commission
– Weltgesundheitsorganisation (WHO): www.who.int

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